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Q³ - Qualitätszirkel zur Entwicklung eines gemeinsamen Qualitätsbewusstseins sowie Erarbeitung von Qualitätsstandards zwischen allen Akteuren der beruflichen Bildung

 

Der Modellversuch „Q3“ entwickelt Qualitätsstandards zwischen allen Akteur/innen der betrieblichen Bildung mit Hilfe von Qualitätszirkeln, um langfristig ein gemeinsames Qualitätsbewusstsein sowie Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen allen Beteiligten zu schaffen. Die Zirkel dienen als Gestaltungsinstrumente zu Qualitätsaspekten in der beruflichen Ausbildung sowie dem Erfahrungsaustausch und der Generierung von Qualitätsstandards. Für die Verwertung werden die Ergebnisse durch die FAW bundesweit kommuniziert und innerhalb der Region durch einen kleinteiligen und breiten Transfer gesichert.

 

Ausgangslage

 

In den Unternehmen der Region Zwickau-Chemnitz beschreiben verschiedene Faktoren die Ausgangslage. Die demographische Herausforderung einhergehend mit einem derzeit sehr hohen Auftragsaufkommen gilt es zu bewältigen. Um letzteres erfüllen zu können, bedarf es neben reibungslosen Fertigungsprozessen und Innovationsfähigkeit vor allem ausreichender Ressourcen, sei es zeitlich, personell oder technisch.

Der Modellversuch Q³ ging konkret davon aus, das die Hauptaufgabe eines jeden Mitarbeiters und einer jeden Mitarbeiterin im Unternehmen zunächst in den eigenen Arbeitsprozessen liegt. Die Ausbilder/innenfunktion erfüllen die Mitarbeiter/innen meist zusätzlich und neben ihrer „eigentlichen“ Aufgabe, spezielle, dahin ausgerichtete Ressourcen in zeitlicher, personeller und/oder technischer Hinsicht stehen ihnen dabei oft nicht ausreichend zur Verfügung.

Unter Anderem aus diesen Gründen übernehmen Bildungsdienstleister in einem Ausbildungsverbund die Vermittlung von Teilen der praktischen Berufsausbildung bis hin zur Vermittlung von Zusatzqualifikationen. Dadurch kann einerseits die Ausbildungsqualität gefördert werden, andererseits erhöht sich aber der Abstimmungs- und Koordinierungsbedarf aller nunmehr drei Beteiligten (Betrieb, Bildungsdienstleister und Berufsschule), denn neben dem Abgleich der Inhalte muss auch eine Abstimmung der Ausbildungsabläufe zwischen den drei Einrichtungen vorgenommen werden. Und dies unternehmensspezifisch und berufsbezogen.

Eine breit und systematisch angelegte Analyse zu Beginn des Modellversuchs ergab, dass Qualitätsprobleme unter anderem im Bereich der Lernortkooperation, der Ausbildungsorganisation und Gestaltung von Rahmenbedingungen der Ausbildung bestehen. Notwendige Austausch- und Abstimmungsprozesse erfolgen nur in geringem Maße und auch nur, wenn der Bildungsdienstleister als Inputgeber und Kontakthalter fungiert. Ausreichende Abstimmungen der Unternehmen und der Berufsschulen finden nicht statt, So kommen z. B. technische Neuerungen in den Unternehmen in den Berufsschulen nicht an.

Qualitätsprobleme werden weiterhin durch zum Teil unzureichende technische Ausstattung vor allem in den kleinen und Kleinstunternehmen, Berufsschulen und bei Bildungsdienstleistern sowie durch Personalmangel an allen drei Lernorten verursacht. Ein weiterer Problembereich liegt in fehlenden pädagogischen Kompetenzen des betrieblichen Ausbildungspersonals sowie Schwierigkeiten in der Betreuung der Auszubildenden begründet, da bei den Jugendlichen neben schlechteren Schulabgangsnoten auch vermehrt ein Mangel an sozialen und personalen Kompetenzen zu verzeichnen ist. Das hat zur Folge, dass diese Jugendlichen in der betrieblichen Ausbildung oft besondere, auch sozialpädagogische Förderung und Betreuung benötigen, welche das Ausbildungs- und Lehrpersonal nicht leisten kann und soll.

 

Die Diskussionen dieser Problemfelder im Rahmen von Reflexionsworkshops, Qualitätszirkeln sowie Fach- und Arbeitstagungen bestätigen vor allem die Dringlichkeiten von Lösungen in den Schwerpunkten:

- unzureichend funktionierende Lernortkooperation,

- Schwierigkeiten in der Gestaltung von Rahmenbedingungen für die Ausbildung sowie

- die Probleme in der Gestaltung von Ausbildungsprozessen im Hinblick auf Methodik-Didaktik und Betreuung der Auszubildenden zu schaffen.

 

Akteure

 

 FAW gGmbH - Akademie Chemnitz

Der Modellversuch steht unter der Leitung der FAW gGmbH – Akademie Chemnitz. Seit über 20 Jahren ist die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gemeinnützige Gesellschaft mbH anerkannter Partner der deutschen Wirtschaft. In zwölf Bundesländern arbeiten die Mitarbeiter/-innen der 33 Akademien intensiv mit Unternehmen und Institutionen zusammen.

Die Akademie Chemnitz repräsentiert einen der Standorte und gewährleistet mit den Außenstellen in Mittweida, Döbeln, Freiberg, Annaberg-Buchholz, Aue, Marienberg und Zwickau für ihre Kunden regionale Nähe.

 

Verbundpartner ATB GmbH

Die ATB Arbeit, Technik und Bildung GmbH Chemnitz wurde 1991 als privates technologieorientiertes Forschungs- und Beratungsinstitut gegründet und versteht sich heute als arbeitswissenschaftlich orientiertes Dienstleistungsunternehmen, dessen Tätigkeit geprägt ist durch angewandte Forschung sowie Beratung und Weiterbildung für Kunden aus Industrie, Dienstleistung und Verwaltung.

 

Ausbildungsverbund der FAW gGmbH – Akademie Chemnitz

Die FAW gGmbH – Akademie Chemnitz betreut derzeit rund 45 Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen der Region in der Verbundausbildung  allein im Ausbildungszentrum Zwickau, dem Hauptakteur innerhalb der Akademie Chemnitz für Verbundausbildung. In enger Kooperation wird dabei Verbundausbildung mit 9 Berufsschulzentren realisiert. Aufzuführen ist die direkte Zusammenarbeit mit der Kammer, unter Anderem in der Erstausbildung und im Prüfungswesen.

 

 

Ziele des Modellversuchs - Innovation und Transfer

 

Die Sensibilisierung aller an der Berufsausbildung in der Region Zwickau beteiligten Akteure zu Qualitätsfragen und die gemeinsame Erarbeitung und Umsetzung von Qualitätsstandards, -indikatoren und -leitbildern im Rahmen von Qualitätszirkeln sind die Hauptziele des Modellversuchs. Der Fokus liegt dabei auf der Verbesserung der Lernortkooperation durch den Aufbau und die Verstetigung von Kommunikations- und Kooperationsstrukturen, und die gemeinsame Erarbeitung und Erprobung von Lösungen zu oben benannten Qualitätsproblemen in der Verbundausbildung der Region.

 

Weiterhin hat der Modellversuch „Q³“ entsprechend des Bedarfs der Akteur/innen der beruflichen Erstausbildung in der Region das Ziel, einen Beitrag zur Professionalisierung der Berufsausbilder/innen zu leisten in dem z.B. das Problembewusstsein geschärft, die Handhabung von Problemlösetechniken geübt und Hemmnissen abgebaut werden können durch die aktive Auseinandersetzung mit Lösungen, Inputs und Handlungsempfehlungen für die tägliche Arbeit.

 

Insgesamt soll mit dem Modellversuch das Bewusstsein der Unternehmen geschärft werden in Bezug auf die Wichtigkeit der betrieblichen Ausbildung und der damit einhergehenden notwenigen innerbetrieblichen Veränderungen, wie die Sicherstellung geeigneter Rahmenbedingungen (z.B. gute technische Ausstattung, genügend Ausbildungspersonal) für eine qualitativ gute Ausbildung. Ebenso muss die Notwendigkeit von Organisations- und Planungsprozessen der betrieblichen Ausbildung als Baustein einer langfristig angelegten Fachkräfteentwicklung und -sicherung bei den Unternehmen geschärft werden.

 

 

Vorgehensweisen - Beispiele und Erfahrungen

 

Zum Erreichen dieser Ziele wurde folgender Ansatz entwickelt: Ausgehend von Defiziten in der Input-, Prozess- und Outputqualität erfolgt im Rahmen einer fünfstufigen Vorgehensweise die Erarbeitung von Qualitätsstandards mit allen Akteur/innen der beruflichen Bildung sowie deren Implementierung:

 

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Abbildung 1: Konzeptioneller Ansatz “Q³“

 

Als wesentliche Grundlage für die Entwicklung für die Umsetzung dieses Modells gilt die Partizipation aller am Prozess der beruflichen Bildung beteiligten Akteure. Die Qualitätszirkel bilden in diesem Sinne als integraler Bestandteil die zentrale Plattform um Lösungsansätze zu erarbeiten, zu erproben und zu bewerten. Auf dieser Basis wird letztlich ein gemeinsames Qualitätsverständnis erarbeitet sowie Qualitätsindikatoren und –standards abgeleitet und implementiert. Der partizipative Ansatz ist darüber hinaus mit Blick auf die nachhaltige Wirkung der erarbeiteten Lösungsansätze und Umsetzungsstrategien notwendig, die auch nach der Projektlaufzeit weitergeführt und –entwickelt werden sollen.

 

Das Konzept des Vorhabens “Q³“ sieht den in der Abbildung 1 dargestellten fünfstufigen Ansatz vor, welcher aus den Phasen Sensibilisieren, Informieren, Befähigen, Sichern und Implementierung besteht.

Die einzelnen Stufen sind nachfolgend detailliert beschrieben.

 

 

Stufe 1 - Sensibilisieren - durch Befragung

In einem ersten Schritt gilt es, bei allen Akteuren der beruflichen Ausbildung eine gemeinsame Vorstellung zu schaffen, wie Qualität in der beruflichen Ausbildung bezogen auf Abstimmung von Ausbildungsinhalten, Abgleich der Ausbildungsabläufe, Ausbilderqualifizierung, methodisch-didaktische Gestaltung beruflicher Bildung und Absicherung der Beschäftigungsfähigkeit Auszubildender definiert wird und welchen Nutzen qualitätsverbessernde Ansätze für alle Beteiligten bedeuten. Auf der Basis einer Literatur- und Dokumentenanalyse erfolgt eine Befragung aller beteiligten Akteure der beruflichen Erstausbildung. Somit finden eine erste Auseinandersetzung mit dem Thema und eine erste Sensibilisierung, die Voraussetzung für die Entwicklung eines Qualitätsbewusstseins ist, statt. In die Befragung werden einbezogen VertreterInnen der Kammern, AusbilderInnen, VertreterInnen der FAW GmbH, VertreterInnen von ausbildenden kleinsten, kleinen und mittelständischen Unternehmen und Auszubildende. Gegenstand der Befragung stellen die oben aufgeführten Bereiche dar. Im Ergebnis liegen ein Status Quo des Begriffsverständnisses und der Qualitätsanforderungen an die berufliche Erstausbildung vor. Daraus generierte Handlungs- und Gestaltungsfelder stellen die Basis des weiteren Vorgehens dar.

 

 

Stufe 2 - Informieren - durch "Betroffene zu Beteiligten machen"

Nach der ersten Sensibilisierung durch die Befragung sieht das Stufenkonzept im zweiten Schritt den stark beteiligungsorientierten Einbezug der Akteure vor. Der Ansatz „Betroffene zu Beteiligten machen“ stellt im Rahmen des gesamten Vorhabens einen entscheidenden Erfolgsfaktor dar. Der Einsatz von Reflexionsworkshops als Instrument dient der aktiven und verantwortungsvollen Einbindung der Akteure der beruflichen Erstausbildung in die Ergebnispräsentation und -diskussion. Dies erhöht maßgeblich die Akzeptanz der Ergebnisse bzw. eine nachhaltige Umsetzung von Ergebnissen und Empfehlungen, da diese durch die Beteiligten mitentwickelt und in der Umsetzung mitgetragen werden. Gemeinsam werden generierte Handlungs- und Gestaltungsfelder diskutiert und das weitere Vorgehen gemeinsam erarbeitet. Das ist die „Geburtsstunde“ der Qualitätszirkel. Die Qualitätszirkel dienen als Arbeitsgruppen der aktiven und vor allem systematischen Einbindung aller Akteure in Kommunikations- und Kooperationsstrukturen.

 

 

Stufe 3 - Befähigung - durch Qualitätszirkel

Die Etablierung von Qualitätszirkeln auf verschiedenen Ebenen treibt die Qualitätsentwicklung und -sicherung voran.

 

Qualitätszirkel mit VertreterInnen der Kammern, Unternehmen (Personalleiter, Geschäftsführer, VertreterInnen FAW)

 

Gegenstand des Qualitätszirkel 1 (QZ) ist vor allem der Aufbau von Kooperations- und Kommunikationsstrukturen, die die Schaffung und Klärung von Rahmenbedingungen, die ein einheitliches Qualitätsverständnis hinsichtlich Abstimmung von Ausbildungsinhalten, Abgleich der Ausbildungsabläufe, Ausbilderqualifizierung, methodisch-didaktische Gestaltung beruflicher Bildung und Absicherung der Beschäftigungsfähigkeit Auszubildender gewährleisten. Der Q 1 hat vor allem einen strategischen Charakter bzw. dient der Ausbildung eines „Common Sense“ mit Blick auf die Qualitätssicherung durch Qualitätsstandards.

 

Qualitätszirkel mit AusbilderInnen/LehrerInnen (Unternehmen, Berufsschulen, FAW)

 

Gegenstand der Qualitätszirkel 2 (QZ) ist die Entwicklung eines gemeinsamen Qualitätsbewusstseins sowie Erarbeitung von Qualitätsstandards auf der Ebene der AusbilderInnen. Inhaltlich werden hier im Rahmen von Qualifizierungen aus der Befragung generierte Handlungs- und Gestaltungsfelder aufgegriffen und gemeinsam mit den AusbilderInnen stark beteiligungsorientiert bearbeitet bzw. werden diese qualifiziert. Inhalte betreffen u. a. Qualitätsbewusstsein, methodisch-didaktische Gestaltung beruflicher Bildung, Absicherung der Beschäftigungsfähigkeit Auszubildender, gestreckte Abschlussprüfungen, neue Gesetzesgrundlagen, Projektarbeit, Umgang mit neuen Medien gewährleisten. Die methodische Gestaltung der QZ 2 befördert den Anspruch „Betroffene zu Beteiligten“ zu machen. Ein innovativer Mix aus u. a. erarbeitenden, reflektierenden Methoden, Coaching, Selbstlern- und Praxisphasen kommt zum Einsatz.

 

Qualitätszirkel mit Auszubildenden

 

Gegenstand der Qualitätszirkel 3 (QZ) ist die Entwicklung eines gemeinsamen Qualitätsbewusstseins sowie Erarbeitung von Qualitätsstandards auf der Ebene der Auszubildenden. Durch die Befragung generierte Handlungs- und Gestaltungsfelder werden aufgegriffen und gemeinsam mit den Auszubildenden in einem stark beteiligungsorientiertem Prozess erarbeitet.

 

Eine Verknüpfung der drei Ebenen erfolgt im Rahmen von jährlichen Tagungen / Expertenaustauschen.

 

 

Stufe 4 - Sicherung - durch Generierung gemeinsamer Standards

Der Qualitätsbegriff in der beruflichen Bildung ist durch nationale (Qualitätsrahmen DGB, CERTQA, DEQA-VET) und internationale Debatten („Gemeinsamer Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung” für die berufliche Bildung Europas) um die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme bildungspolitisch besetzt und mit Initiativen zur Qualitätsverbesserung in der beruflichen Bildung verbunden.

Die Qualitätszirkel dienen neben der Bewusstseinsbildung und Befähigung zur Qualitätssicherung der Akteure der betrieblichen Bildung der Generierung von gemeinsamen Standards für die berufliche Ausbildung hinsichtlich Abstimmung von Ausbildungsinhalten, Abgleich der Ausbildungsabläufe, Ausbilderqualifizierung, methodisch-didaktische Gestaltung beruflicher Bildung und Absicherung der Beschäftigungsfähigkeit Auszubildender. Anknüpfend an und aufbauend auf dem Stand der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion im Bereich Qualitätssicherung und -entwicklung[1] erfolgt die Erarbeitung und Entwicklung von Standards und Indikatoren, die den gesamten Ausbildungsprozess umfassen.

 

 

Stufe 5 - Implementierung - durch Multiplikation und Transfer

Mit Blick auf die wirksame Implementierung der Ergebnisse, durch Multiplikation (z.B. „von Ausbilder zu Ausbilder“, Selbststudium mit Reflexionselementen und starkem Praxisbezug) und Transfer (z.B. FAW bundesweit, weitere interessierte Akteure der betrieblichen Berufsausbildung), werden erzielte Ergebnisse und Produkte in einer praktikablen Form dokumentiert und nutzbar gemacht. Das gemeinsam entwickelte Qualitätsverständnis, welches durch Qualitätsstandards und -indikatoren für die einzelnen Bereiche der betrieblichen Berufsausbildung untersetzt ist und dadurch messbar gemacht wird sowie entstandene Qualifizierungsmodule und -materialien zur Entwicklung eines Qualitätsbewusstseins und zur Befähigung der Umsetzung der Qualitätsanforderungen werden in der „Q³ - Datenbank“ zusammengeführt. Vorgesehen ist eine prozessbegleitende Entwicklung der „Q³ - Datenbank“, die sukzessive während des Vorhabens mit entstandenen Ergebnissen gespeist wird und der Wissensdokumentation und dem Wissenstransfer dient. Parallel erfolgt die Erarbeitung eines Leitfadens, der Ziel, Aufbau, Nutzung und Pflege der Datenbank sowie deren Produkte beschreibt. Im Ergebnis liegen somit die „Q³-Datenbank“, eine CD-ROM und ein Leitfaden vor.

 

 

Zu erwartende Ergebnisse

 

Im Ergebnis des Modellversuchs verfügen die beteiligten Akteure sowohl über ein gemeinsames Qualitätsverständnis (Qualitätsleitbild) als auch über ein Set überprüfbarer Indikatoren. Weiterhin stehen Materialien mit Lösungswegen, Beispielen und Erprobungserfahrungen zur Verfügung, die einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität in der Berufsausbildung leisten können. Diese Materialien richten sich vor allem an Ausbildungsakteure von Unternehmen, Berufsschulen und überbetrieblichen Bildungsstätten und werden modellversuchsbegleitend in der Q³-Datenbank zur Verfügung gestellt. Eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen von Veranstaltungen, Newslettern und Ankündigungen auf der Hauptseite der FAW sichern einen gezielten Transfer in der Region bereits in der Zeit des Modellversuches.

Darüber hinaus entsteht ein dokumentiertes und erprobtes Qualitätszirkelkonzept, das sowohl innerhalb der überbetrieblichen Ausbildungsstätte (FAW) als auch auf andere Träger von beruflicher Ausbildung übertragen werden kann. Dementsprechend sind Synergieeffekte für die gesamte Region zu erwarten, da insbesondere die Kammer- und Unternehmensvertreter hier als Multiplikatoren für den Ansatz der Qualitätszirkel fungieren sollen.

Mit dem breiten inhaltlichen Ansatz bieten die Qualitätszirkel die Chance, sowohl die Qualität der Verbundausbildung als auch die Arbeitsqualität, speziell des Ausbildungspersonals, zu fördern. Verstetigte Lernortkooperationsstrukturen ermöglichen nach Ende des Vorhabens zwischen allen Akteuren eine engagierte Fortführung einer permanenten Qualitätssicherung und -entwicklung in der betrieblichen Ausbildung beteiligten.

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[1] Vgl.: (Hrsg.) BMBF, Entwicklung einer Konzeption für eine Modellinitiative zur Qualitätsentwicklung und -sicherung in der betrieblichen Berufsausbildung. Band 4 der Reihe der Berufsbildungsforschung, Bonn, Berlin 2009.

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