FAW - Q3 > Modellversuch

Modellversuch zur Qualitätssicherung in der Betrieblichen Bildung

Der durch den demographischen Wandel bedingte stetig ansteigende Fachkräftebedarf stellt den Wirtschaftssektor vor die Aufgabe der Qualifizierung potentiellen Personals. Auch die hohe Abbruchquote bei Ausbildungen und das stetig sich verringernde Niveau der Schulabgänger stellt eine Herausforderung für viele Unternehmen dar. Die Knappheit an gut ausgebildetem Fachpersonal stellt eine große Anzahl von Regionen vor ernsthafte Probleme. Um wirtschaftlich am Markt bestehen zu können, werden gut ausgebildete Fachkräfte benötigt – sei es durch Aus- oder Weiterbildung.

Die Verbesserung der Qualität in der Ausbildung kann dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken und somit geeignete personelle Ressourcen am Arbeitsmarkt schaffen, welche auch fähig sind fachspezifische Tätigkeiten auszuführen.

Unter dem Titel „Q³ - Qualitätszirkel zur Entwicklung eines gemeinsamen Qualitätsbewusstseins sowie Erarbeitung von Qualitätsstandards zwischen allen Akteuren der beruflichen Bildung“ [1] arbeitet die FAW gGmbH - Akademie Chemnitz im Ausbildungszentrum Zwickau im Zeitraum November 2010 bis April 2013 zusammen mit der ATB GmbH aus Chemnitz sowie zahlreichen Unternehmen, Kammern, Berufsschulen, Ausbildern und Auszubildenden an der Frage, wie Qualität in der Ausbildung gemeinsam definiert werden kann und somit ein gemeinsames Qualitätsbewusstsein geschaffen werden kann.

Ein Erfahrungsaustausch auf allen Beteiligungsebenen, Netzwerkarbeit und gemeinsame Fachtagungen stehen im Mittelpunkt des Modellversuchs. Durch die Vernetzung der verschiedenen Akteure soll hierbei Defiziten in der Lernortkooperation [2] entgegengewirkt werden. Gut gebildetes Ausbildungspersonal, ein gut verankertes Betreuungsnetzwerk und eine Auseinandersetzung mit den spezifischen Problemen auf den einzelnen Akteursebenen [3] soll dabei helfen die Ausbildungsorganisation und die Gestaltung der Rahmenbedingungen [4] entscheidend zu verbessern und dem aktuellen Stand anzupassen.

Durch das Zusammenführen der in den Qualitätszirkeln entwickelten Leitbilder werden gemeinsame Qualitätsstandards bzw. Qualitätsleitbilder entwickelt, welche von allen 3 Ebenen der Ausbildung verabschiedet werden.

Wichtige Punkte, welche bei den stattfindenden Qualitätszirkeln besprochen werden, sind u.a. die berufliche Orientierung der Schüler – der zukünftigen Auszubildenden – die entsprechende Qualifizierung des Ausbildungspersonals auf fachlicher und pädagogischer Ebene, die Lernortkooperation sowie die praxisbezogenen Ausbildungsinhalte und damit einhergehende berufliche Perspektiven.

Aus der Qualitätszirkelarbeit können geänderte Rahmenbedingungen und Betriebsvereinbarungen hervorgehen, ein verbessertes Arbeitsklima, gemeinsame Absprachen zwischen Unternehmen und/oder Berufsschulen und einer damit einhergehenden verbesserten Lernortkooperation. Weiterhin können Ausbildungsabbrüche verhindert werden und durch gute Vernetzung der Unternehmen untereinander mehr potentielle Auszubildende auf die ausgeschriebenen Ausbildungsstellen aufmerksam gemacht werden.

 

_______________________________________________________________

[1] Der Modellversuch wird als eines von 10 bundesweiten Projekten vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) aus Mitteln des Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und basiert auf der Grundlage der Bekanntmachung des Bundesinstitutes für Berufsbildung von Förderrichtlinien zur Durchführung des Förderschwerpunktes „Qualitätsentwicklung und -sicherung in der betrieblichen Berufsausbildung“ vom 20. Mai 2010.

[2] Lernortkooperation ist die Zusammenarbeit von allen an der beruflichen Bildung beteiligten Institutionen (z.B. Kammern) und Lernorte (z.B. Ausbildungsbetrieb, Berufsschule, überbetriebliche Ausbildungsstätte).

[3] Die 3 Akteursebenen in Bezug auf das Projekt Q³ sind die Ebene des Leitungspersonals (z.B. Vertreter der Kammern, Geschäftsführer, Personalleiter), die Ebene des Ausbildungspersonals (z.B. Berufsschullehrer, Ausbilder) sowie die Ebene der Auszubildenden.

[4] Ausbildungsrahmenbedingungen umfassen die konkrete Anzahl der Arbeitsstunden, Ausbildungsziele, Dauer der Ausbildung, Inhalte und Durchführung.

tl_files/fotos veranstaltungen/Seite Projekt.JPG